Scholz - Orgel

Chororgel in St. Remigius | Viersen

Im 14./15. Jahrhundert kannte man bereits Chororgeln, die zur Begleitung des Chorgesanges herangezogen wurden.Die große Kirchenorgel hatte ihren festen Platz an einer Wand im Kirchenraum und diente vornehmlich dem konzertanten Spiel. Chororgeln, auch Positive genannt, wurden meistens im Chorraum aufgestellt, wo auch die Sängerchöre ihren liturgischen Dienst verrichten mussten.
In Italien habe ich wiederholt die kleinen Orgeln mit ihrem „grossen“ Ton bewundern können. Im Ripieno werden die typischen Principalregister mit den hohen Obertonreihen vereinigt. Dadurch wird ein gravitätischer Orgelklang erreicht, der auch größere Kirchenräume ausfüllen kann. Es dürfte nicht unerwähnt bleiben, dass man auf den einmanualigen Orgeln mit ihrem rudimentären Pedalwerk recht viele Solomöglichkeiten ausfindig machen kann. Ein Zeichen dafür mehr, dass die Instrumente nicht nur zur Begleitung parat standen, sondern auch für das solistische Spiel eingesetzt wurden.
Eine sehr schöne Orgel „ Piccolo Organo Settecentesco“ von dem Orgelbauer Traeri,
aus dem Privatbesitz meines Freundes Giuseppe Zanaboni | Piacenza , hat mich
dazu veranlasst, über eine Chororgel für den praktischen Einsatz in unseren Kirchen
nachzudenken. Verschiedene Dispositionsmodelle wurden erstellt und mit
Orgelbauern und Kollegen diskutiert.
 Helmut Bornefeld hat einmal gesagt:“ Die Kunst der Disposition besteht darin,
mit einem Minimum von Registern einem Maximum dieser Anforderungen gerecht
zu werden. Je kleiner eine Orgel ist, desto schwieriger wird es, durch geschickte
Aussparungen dennoch allen Grundanforderungen zu genügen.Bei der Chororgel
für die St. Remigiuskirche in Viersen entschieden wir uns für die hier genannte
„chorische“ Version.

                           Zunächst aber ein Erinnerungsbild: 
 

45 Tasten, ottava corta,
Pedal engehängt

Principale 8’ - bis g° in Holz
Ottava 4’ ab h - im Bass 2’
Quintadecima 2’ ab h - im Bass 1 1/3’
Vigesimaseconda 1’ ab c’
im Bass 2/3’ Vigesimasesta
Cornetto soprani ab h
Flauto in XII 2 2/3’ durchgehend
Fiffaro 8’ ab c’ schwebend

Die neue Chororgel von
Orgelbaumeister Martin Scholz
wurde am 13. Juli 2002
in einem feierlichen Gottesdienst
eingeweiht.
Sie steht in der St. Remigiuskirche
in Viersen

Chororgel202

Historische Traeri - Orgel
in Piacenza (ca. 1750)

Traeri02

Manualumfang: C - g’’’
Pedal angehängt - C - d’
Registerschieber linksseitig
Quinte 1 1/3’
Superoctave 2’
Octave 4’
Principal 8’
Voce umana 8’
Bordun 8’ Disk.
Bordun 8’ Bass
Flöte 4’
Quinte 2 2/3’
Cornet III

[Home] [Salve!] [Vita & OSV] [Orgeln] [Im Konzert] [Terminplan] [Privat] [Links] [Kontakt]