Metzler - Orgel

St. Cyriakus in Krefeld - Hüls

Metzler02

Historischer Prospekt von 1783
Rückpositiv neu

Die Klanggestalt

Hauptwerk C-g’’’ auf dem 2. Manual

Schwellwerk C-g’’’ auf dem 3. Manual

Bourdon 16’
Principal 8’
Viola 8’
Hohlflöte 8’
Octave 4’
Spirtflöte 4’
Quinte 2 2/3’
Superoctave 2’
Mixtur V-VI 1 1/3’
Cornet V ab c’ 8’
Fagott 16’
Trompete 8’
Trompette en chamade 8’

Principal 8’
Salicional 8’
Voix céleste 8’
Doppelflöte 8’
Octave 4’
Traversflöte 4’
Doublette 2’
Sesquialtera II-III
Mixtur V 2’
Basson 16’
Trompette 8’
Oboe 8’
Clairon 4’

Rückpositiv auf dem 1. Manual

Pedalwerk C-f’

Rohrflöte 8’
Quintade 8’
Unda maris 8’
Principal 4’
Rohrflöte 4’
Nasard 2 2/3’
Octave 2’
Terz 1 3/5’
Larigot 1 1/3’
Scharf IV 1’
Krummhorn 8’
Vox humana 8’

Principal (C-Gs 10 2/3’) 32’
Principal 16’
Subbass 16’ (Transm. aus HW)
Octavbass 8’
Spitzflöte 4’
Octave 4’
Rauschpfaife V 2 2/3’
Bombarde 16’
Fagott 16’ (Transm. aus HW)
Trompete 8’
Clairon 4’

Koppeln: HW/SW, HW/RP,SW/RP
HW/P,SW/P,RP/P, Tremulanten
für SW + RP

Tritte: Mixtur HW an/ab
Bombarde 16’ an/ab
Trompete HW an/ab
Trompete SW an/ab

Im Gegensatz zu früheren Epochen, als der länder- übergreifende Handel mit Noten noch sehr eingeschränkt war, hat die heutige Organistengeneration praktisch die gesamte Literatur greifbar und nutzt dies auch weitgehend aus, um ihrem Musikerleben, sowie den Gottesdiensten und Konzerten möglichst viel Abwechslung zu verleihen. Wenn die Idee der Universalorgel auch verpönt ist, wird von einer neuen großen Orgel doch gemeinhin und zu Recht erwartet, dass auf ihr wesentliche Teile aller Kompositionen in einer adäquaten Weise dargestellt werden können. Das heißt für den heutigen Orgelbauer, dass er sich nicht nur an einem der vielen historischen Orgelbaustile orientieren kann, sondern aus verschiedenen Ecken Inspirationen holen muss, um diese dann allerdings zu einer neu en Einheit zu verschmelzen. Für diese Orgel reichen unserer Firmentradition zufolge wesentliche Wurzeln in die Barockzeit zurück, wobei die Principalchöre eher in der norddeutschen Manier angelegt sind, die Zungen und Aliquoten hingegen eher in der französischen. Hinzu kommen mit dem Schwellwerk und etlichen sp zifisch romantischen Registern auch noch Einflüsse des 19. Jahrhunderts.

Diese Vorbilder dürfen allerdings nicht originalgetreu umgesetzt werden, vielmehr haben sie sich der Gesamtidee anzupassen, damit aus allen sinnvollen Registerkombinationen homogene Klänge entstehen. Als vornehmlichstes Ziel gilt es, eine überzeugende Balance zwischen dem artikulierten, obertonreichen und transparenten barocken Klangideal, sowie dem eher verschwommenen und grundtönigen romantischen zu finden. Dichte barocke Polyphonie soll ja klar durchhörbar sein, aber den romantischen Werken darf die Fülle auch wieder nicht fehlen. Darüber hinaus soll jedes einzelne Register seine Eigenart möglichst deutlich zum Erklingen bringen, ohne dass darunter die Verschmelzfähigkeit leidet. Zum Glück zeigt sich immer wieder, dass charaktervolle Einzelstimmen sich im Gegensatz zu langweiligen auch zuviel belebteren und überraschenderen Mischungen kombinieren lassen.

In dieser Orgel sind somit sämtliche Registergruppen in den unterschiedlichsten Ausformungen vertreten, was ihr eine unermessliche Farbigkeit verleiht. Vom kaum wahrnehmbaren Pianissimo bis zum überschäumenden Tutti findet der kundige Organist alle dynamischen Abstufungen und somit für alle liturgischen und konzertanten Begebenheiten immer wieder die angemessenen Klänge: Andächtige, wohltuende, beruhigende, klagende, fröhliche, ernste, spielerische, erschütternde und majestätische. Er findet ein Instrument vor, das in all diesen Facetten wohlausgewogen und gediegen klingt, eben: Musik macht.

Andreas Metzler

 

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